Dienstag, 3. Juli 2018

Zieleinlauf in Hamburg

Letzter Tag.
Ein vorerst letztes Mal aufstehen in der Wildnis.
Wir hatten inzwischen die Natur morgens echt zu schätzen gelernt.
Genau wie unser Dachzelt.
Dieses Teil hat uns so viel Stress erspart, da wir nie aufwändig unser Nachtlager aufbauen/abbauen mussten,
sondern es einfach aufgeklappten und in ein gemachtes Bett springen konnten.


Bei Tageslicht sah es hier in Krugsdorf auch deutlich schöner aus, als im Dunkeln am Vorabend.



Und los ging es auf unsere letzte Etappe.
Die wir auch wie unsere Westentasche kannten.
Also als erste Maßnahme gleich bei Wibis Eltern zum Mittag angemeldet.
Wir haben auf der Tour gelernt, dass
Essen = gute Laune
 ist.


Was soll ich sagen.
Es hat super geschmeckt und bekannte Gesichter zu sehen, war auch echt schön.
Aber auch etwas ungewohnt, wenn man überlegt, dass wir vor einer Woche noch am Nordkapp waren. 

Frisch gestärkt ging es dann nach Hamburg.


Und wir sind tatsächlich heil angekommen.
Keine bösen Überraschungen. Wer hätte das gedacht. Wir definitiv nicht.
8007 km ohne Panne absolviert.
Der Jetta hat treu seinen Dienst getan.
Gut, dass ich mir den Wagen, mit Hilfe von der Schraubergang, sehr genau angeschaut habe.


Und hier am Ziel war natürlich schon der Teufel los.
Teams so weit das Auge blicken konnte.



Angehörige haben freudestrahlend ihre Kinder, Partner, Eltern, Freunde in Empfang genommen.
Auch wir wurden herzlichst empfangen.
Vielen Dank an dieser Stelle, für Alle, die da waren.


Wir warteten noch die Siegerehrung ab und begaben uns mit vielen bleibenden Eindrücken auf den Heimweg.

Als ob der Tag nicht schon ereignisreich genug gewesen wäre, bescherte uns die untergehende Sonne noch eine tolle Aussicht.
Deswegen mussten wir noch einmal anhalten, um den Moment bestmöglich einzufangen.
Und so kann Wibi nun ihren Instagram-Account mit vielen neuen Fotos bestücken...



 ... und auch für mich sind einige gute Fotos herausgesprungen.


#nofilter

Zum Schluss möchten wir noch einmal allen Unterstützern unserer Rallye danken.
Ohne eure Hilfe wäre diese Tour so nie möglich gewesen.
Wir wissen das wirklich zu schätzen. Wirklich, Wirklich!

Und ein besonderer Dank geht an unsere zahlreichen Spender.

 
Ihr müsstet auf dem Treppchen stehen. Denn Ihr habt geholfen, einen tollen Verein so großzügig zu unterstützen.
Wir haben bis zum Rallyeende einen Betrag von 930 € sammeln können. Deutlich mehr als wir uns vorgenommen haben.
Ich suche schon länger nach den richtigen Worten, aber was ich eigentlich nur ausdrücken möchte ist:

Dankeschön

Polen

Und schon war der vorletzte Tag angebrochen.
Samstag. Grundsätzlich ein Tag zum Ausschlafen.
Allerdings nicht, wenn man direkt neben einem Fußballfeld campiert.


Also aufgestanden, gefrühstückt, den Blog aktualisiert und weiter ging es.
Wir kamen allerdings nur einige Meter.
Unsere Karte zeigte Marienburg an, was darauf schließen lässt, dass hier vielleicht eine Burg steht oder stand.
Und siehe da, sie war so groß, dass selbst wir sie nicht übersehen konnten.


  Also Auto wieder abgestellt und losgetigert.
Die Burg ist wirklich groß und es gibt Einiges zu entdecken.
Wir hätten auch gern ins Innere geschaut, aber die riesige Schlange an der Kasse überzeugte uns davon, dass Burg von außen reichen sollte.




Praktischerweise gab es hier auch Stände mit Essen.
Deftigem Essen...
Genau unser Ding.
Also schlugen wir uns die Bäuche mit Sauerkraut, Kartoffeln und Wurst voll.
Natürlich in passendem Ambiente.





Dann ging es weiter in Richtung Stettin.

Unsere Tagesaufgabe bestand darin, unsere Fotos von den erledigten Aufgaben des Roadbooks auszudrucken.
Also haben wir die nächste Drogereie angesteuert und gedruckt.
Die liebe Technik funktionierte auch fast einwandfrei...


... aber wir haben unsere Fotos bekommen.

In Stettin angekommen, gings ins nächste Einkaufszentrum.
Wir (also Wibi) brauchten noch Mitbringsel.

Nach erledigtem Shopping ging es dann weiter ans Wasser...
So zumindest der Plan.
Aber westlich von Stettin gibts kein Wasser... 
Und so fuhren wir ausversehen über die Grenze.
Naja dann suchen wir in Deutschland einen See zum Campen.
Kann ja nicht so schwer sein.
Seen gefunden, aber es war kein Rankommen.
Entweder umzäunt, mit Häusern bebaut, oder mit Waldwegen, die nicht befahren werden durften.
Danke Deutschland...
Ich hatte jetzt schon die Nase voll.
Egal.
Im Dunkeln dann noch einen Campingplatz ausfindig gemacht, auf dem zufällig zwei andere Teams bereits standen.
Also dazugesellt und noch ein wenig zusammengesessen, bevor es ins Bett ging.

Hightlight des Tages:

Wir hatten noch eine tolle Idee für unser Foto, auf dem eine Ziege unser Auto fahren sollte.
Leider nach dem Drucken der Bilder.
Es hat es also nie ins Roadbook geschafft.
Deshalb hier jetzt ganz exklusiv unser Ziegenbild:


Und wer jetzt sagt, ich bin voll gemein...
Wibi fand die Idee super.

Samstag, 30. Juni 2018

Kurische Nehrung und Kaliningrad

Es ist passiert.
Ich habe es nicht mehr für möglich gehalten, aber völlig überrraschend kam es über uns.
Mir hat etwas nicht gefallen. So gar nicht.
 
Das ging schon mit dem Aufstehen los. Wir wurden morgens "sanft" von einem Duo Motorsensen geweckt.
Da hätte ich den Tag schon abhaken können.
 
Aber nun gut.
Kann ja noch werden.
 
Dann der nächste Schock.
Ich hab mich im Spiegel gesehen.
Puuh... das nervt.
Kurzerhand beschlossen, dass heute mein Bad-Hair-Day wird.
 
Wir sind danach gleich auf die Fähre zur kurischen Nehrung.
Soll ja n tolles Stückchen Erde sein. Oder so.
Dort angekommen fanden wir hauptsächlich Wald. Langweiliger, schnöder Wald.
 
Aber immerhin haben wir dann noch eine Düne gefunden und eine Aussichtsplattform.
Die eine Seite der Nehrung sah so aus.
 
 
Und die Andere so...
 
 
Und wir mittendrin.
 
 
Also es war schon ganz okay, aber nicht, was ich mir erhofft hatte. Aber einen ganz schönen Platz am Wasser konnten wir doch noch ausfindig machen.
 
 
Weiter ging es nach Kaliningrad.
Bisschen was von der Stadt sehen.
Wir parkten am Rathaus und tigerten los.
 
 
 
 
Fertig.
Also es hätte noch deutlich mehr Sehenswürdigkeiten gegeben, aber die liegen alle mehr als 1 km voneinander entfernt.
Wer soll das denn zu Fuß bewältigen.
Wir jedenfalls nicht.
 
Einziges großes Plus ist hier der Verkehr.
Typisch Russland eben.
Ich fühlte mich am Lenkrad pudelwohl auf den Straßen.
Viele meckern gern, wie schlimm es hier ist, aber ich finde, dass die Russen höflicher Fahren als die Deutschen.
 
Sicher sind die Fahrbahnmarkierungen nur grobe Orientierung.
Aber so bleibt der Verkehr im Fluss. Ich habe nur sehr selten wirklich lange stehen müssen.
Das haben wir in anderen Hauptstädten deutlich mehr gehabt.
 
Und die Leute bedanken sich mittels Warnblinklicht, wenn man sie vor lässt.
Sie lassen dich auch ohne Probleme einfädeln.
Das habe ich in Deutschland anders kennengelernt.
 
Selbstbewusst fahren, und du wirst wie selbstverständlich Teil dieses großen Verkehrsorganismus.
Mir hat das sehr gefallen.
 
Und so schlängelten wir uns aus der Stadt in Richtung Grenze.
Wir fanden Unterschlupf in einem Hotel bei Marienburg in Polen.
Ausgiebige Körperpflege und ein richtiges Bett entschädigten für den durchwachsenen Tag.
 
Erstes Highlight des Tages:
 
 
Also ich kann ja gar kein Kyrillisch und das kann schon gelegentlich zu lustigen Situationen führen.
Simbad habe ich jedenfalls nicht gelesen...
 
Und das zweite Highlight war ein Spatz, der sich an dem reichhaltigen All-inclusive Insektenbuffet an der Front des Jetta labte.
Leider genau an der Grenzkontrolle von Russland, sodass wir kein Foto machen durften.

Riga und der Hügel der Kreuze

Tag 13 der Rallye.
Schon... Wie die Zeit verfliegt.
 
Nach der Party hatten wir uns viel vorgenommen.
Wir sind gleich früh los und haben schon viel Strecke hinter uns gebracht,
bevor die meisten anderen Teams überhaupt erst aus den Federn waren.
Manchmal ist es doch von Vorteil keinen Alkohol zu trinken.
 
Von Estland ging es nach Lettland und gegen Mittag erreichten wir Riga.
Um Riga beschreiben zu können braucht es eigentlich nur ein Bild.
 
 
Es ist atemberaubend, benötigt aber dringend mal eine Aufbaukur.
Überall in der Innenstadt stehen wirklich tolle Häuser, die aber seit Jahrzehnten keine Pflege erhalten haben.
Das ist sehr schade.
Ansonsten ist das Zentrum mit den Sehenswürdigkeiten sehr schön gemacht.
 
 
 
 
 
 
 
 
In diesem Park gibt es eine Brücke die wirklich bis auf den letzten Millimeter ausgereizt ist mit Liebesschlössern.
 
 
Und wer sich schon einmal gefragt hat, wie Liebe aussieht, für den habe ich hier die Antwort:
Liebe ist ein silberner Benz...
 
 
Mann gönnt sich ja sonst nichts.
 
Wo wir gerade bei automobilen Schätzen sind...
Ich habe eine Minibar gefunden, die sogar mir als Alkoholverweigerer gefällt.
 
 
Man beachte die Zapfhähne hinter der Tür.
 
 
Die Stadt lädt zum relaxen ein.
Wir haben auch gleich ein tiefenentspanntes Exemplar im Stadtpark entdeckt.
 
 
Und wenn so ein schreckhaftes Geschöpf hier ganz entspannt seinen Mittagsschlaf halten kann,
ist das der beste Beweis für einen ruhigen Nachmittag.
 
Für uns ging es dann weiter nach Litauen.
Quasi Länderhopping an einem Tag.
 
Hier bestand unsere Tagesaufgabe darin, den Hügel der Kreuze zu finden.
Ich hatte im Netz schon davon gelesen und bin davon ausgegangen, dass dort viele Kreuze stehen.
Aber wie viele es nun tatsächlich waren, hatte ich mir nicht vorstellen können.
 
 
 
 
 
Unfassbar dieser Ort.
Egal wie wenig man mit Kirche zu tun hat, hier würde niemand auf die Idee kommen laut zu rufen, oder Krach zu machen.
Der Hügel ist umgeben von einer sich selbst erzeugenden Atmosphäre der Stille, die ich sonst nur aus großen Kirchen kenne.
Auch wir haben es uns nicht nehmen lassen, ein Kreuz dort aufzustellen.
Es war für uns beide sehr beeindruckend hier und ein toller Abschluss für den Tag.

Freitag, 29. Juni 2018

Tallinn und die zweite Party

Tagesaufgabe heute war es, den Ort für die zweite Party zu finden.
Da wir aber schon in Estland übernachtet haben und der Zielort in der Nähe lag, wollten wir nach Tallinn fahren und uns die Stadt angucken.
Was soll ich sagen...
Mal wieder eine schöne Stadt.
Langsam mache ich mich echt unglaubwürdig, wenn ich nicht auch ab und zu etwas doof finde...
Mittelalterliche Atmosphäre und touristisch auch komplett darauf ausgerichtet.
Hier reiht sich Souvenirshop an Souvenirshop.
Aber die Architektur ist echt toll und eine klare Empfehlung von uns.
Tallinn sollte man mal gesehen haben. 


Und da kommen wir auch schon zu unserem Zitat des Tages.
Natürlich wollte Madame gern einkaufen und dass uferte vielleicht ein wenig aus.
Karl: Ey, du bist doch im Shoppingrausch!
Wibi: Hä? Nur weil ich drei Taschen gekauft habe, die fast gleich aussehen?
Karl: ...


Aber ist ja Urlaub... *Portemonnaie weint im Hintergrund*
Und weil wir so bezaubert von der Stadt waren, konnte uns auch nichts ablenk...
Uuuhhhh ein kleiner Hund...
Prioritäten richtig gesetzt würde ich sagen.
über 500 Jahre alte Gebäude: 0
ganz niedlicher Hund: 1
Danach ging es für uns nach Raudsilla, wo schon viele andere Teams warteten, um zusammen zu feiern.
Der Ort ist versteckt im Wald und super für größere Gruppen wie uns.
Es gab mehrere holzbefeuerte Saunen und einen Bach zum abkühlen.
Dann ein großes Partytipi und einen Dancefloor, auf dem uns eine lokale Tanzgruppe traditionelle Tänze zeigte.
Und natürlich wurde nicht nur gezeigt, wir mussten auch mitmachen.

Danach trafen wir uns mit unseren befreundeten Teams und ließen den Abend gemütlich ausklingen.